Autme entwiklung

das ein alte schreibn von mein vater an ein jugendhilfe wegen betreut wohn mus ein biografi von mich schreibn. bit nich lache ja!

Beobachtungen zu Autmes Entwicklung
Meine Betrachtungen als Vater können nur subjektiver Art sein, durch meinen Beruf habe ich jedoch eine große Anzahl an Vergleichsmöglichkeiten, was die Entwicklung im Kindes- und Jugendalter betrifft (allerdings nur im schulischen Zusammenhang).

Autme war ein Frühchen und weißte gesundheitliche Defizite auf. Diese betrafen die Atemwege und das Verdauungssystem. Im Nachhinein betrachtet, können da die Gründe für ihre heutige Unverträglichkeiten und Asthmabeschwerden liegen. Sie spielte nicht mit anderen Kindern. Wartete Stattdessen, bis diese schlafen gingen und fing erst dann an zu spielen. Bevorzugt beschäftigte sie sich mit einer Holzuhr an der sie die Zeiger zum drehen bringen konnte. Auch lief sie gerne die Flure immer wieder entlang.

Schon in der frühsten Kindheit fällt auf, dass Autme lieber alleine spielt. Es kommt schnell zum Streit, da mein Sohn R. sehr kommunikativ, auffordernd ist und meine Tochter das Gegenteil darstellt. Daher ist das Verhältnis zu ihrem Bruder eher distanziert. Rollenspiele finden nicht statt.
Im Sandkasten konnten wir die beiden Kinder nicht alleine spielen lassen, es musste immer einer dabei sein um Streit bzw. Unfälle zu verhindern. Autme beschäftigte sich lieber alleine mit dem Sand als gemeinsam „Burgen“ zu bauen. Sich drehende Spielzeuge und Gegenstände, konnten Autme lange in ihren Bann ziehen. Auch heute noch hat sie großes Gefallen daran und bringt eigenständig Gegenstände zum drehen.

Autmes Wahrnehmung ist in vielerlei Hinsicht stark eingeschränkt/getrübt.
So sieht sie oftmals nicht ein, regelmäßig zu essen oder Trinken. Ebenfalls fällt es ihr lange schwer, sich selbständig anzuziehen und zu duschen. Bis zu ihrem 13. Lebensjahr, musste ihre Mutter sie regelmäßig dabei unterstützen. Wir vermuteten den Grund in einer rasch kommenden Überforderung. Autme zog sich in Situationen der Überforderung schnell zurück und war nicht mehr ansprechbar. Weitere Auffälligkeiten ihrer Wahrnehmung waren im erkunden ihrer Umwelt zu finden. Autme schien alles was sie interessierte mit den Händen und oral zu ertasten. Bevorzugt war es leider im Winter der Schnee oder Sand auch Steine fanden ihren Weg in den Mund.
Hier untergesiedelt scheint Autme weder Kälte noch Hitze etwas auszumachen. So lief sie im Sommer dick und im Winter zu leicht bekleidet umher.

Die Sprachentwicklung ist bis zum 6/7. Lebensjahr nicht vorhanden, weswegen Autme nach der Einschulung in die erste Klasse bald zurück in eine fördernde Vorschulklasse versetzt wird. Ihre Sprache entwickelte sich nur mühselig. Auf außenstehende wirkte Autme immer wie ein Papagei oder Beo. Der alles und jeden abermals wiederholte. Sie wiederholte Wörter oder gar ganze Sätze.
Was für uns als Eltern mit einem unerklärlichen Grund einherging.

Weder im Kindergartenalter noch in der darauf folgenden Schulzeit haben sich Freundschaften gebildet. Die „Bekanntschaften“ haben sich eher von außen aufgedrängt.

Im Kindergarten so wie in der darauf folgen Schulzeit, kam es immer wieder zu Problemen mit Autme. Sie konnte sich nicht in das Gruppengeschen einfügen, was von ihrer Seite aus zu vielen Wutausbrüchen führte. Sie verließ viele male den Unterricht. Aus Überforderungen oder Angriffen heraus. Autme tat sich schwer mit ihren Mitschülern, weswegen sie schnell zu einem Außenseiter und Mobbingopfer wurde. Ein Schulbegleiter der später eingeschaltet werden musste, konnte das ganze etwas reduzieren.
Herr W. Musste Autme immer wieder auffordern am Unterricht teilzunehmen. War sie schnell überfordert oder desinteressiert, so schaltete sie ab und verpasste den Unterrichtsstoff. Den Hauptschulabschluss erreichte sie leider nicht.

Körperlicher Kontakt (kuscheln) schien immer unangenehm, es war eher schwer Autme in den Arm zu nehmen.Wir vermuten auch hier den Grund, in ihren Wahrnehmungsbesonderheiten. Ihre Abgrenzung und der Rückzug nach innen waren immer offensichtlich und präsent. Welches davon pubertäre oder psychisch retardierte Anteile waren, war für mich als Nichtpsychologe nicht erklärbar, wohl aber das Vorliegen einer autistischen Störung.

Dazu gehört das Fehlen emotionaler Äußerungen; sowohl verbal als auch in Mimik und Gestik (bis auf sehr starke Wutausbrüche), nicht vorhandene Mitteilungsabsichten von Erfolgen oder Misserfolgen („Funkstille“) und ganz besonders der fehlende Kontakt zu Gleichaltrigen. Autme vermeidet in auffälliger Intension Blickkontakt, und wenn sie ihr Gegenüber ansieht kann sie offenbar Emotionen weder ablesen noch richtig deuten. Ein Beispiel hierzu wäre die Beerdigungsfeier meines Vaters. Sie schien es sichtlich zu amüsieren.

Die Wutausbrüche können ohne ersichtlichen Grund oder auch durch Nichtbeachtung ihrer Regeln ausgelöst werden. Sie konnten auch ursächlich Selbstverletzungen nach sich ziehen. Leider musste ich diese öfter beobachten, auf Ansprache wurden diese Verletzungen jedoch als benötigt/beruhigend erklärt. Sie beinhalteten leider, sich beißen, kratzen oder schlagen.
Auffällig ist das häufige Überbiegen der Hände und Finger. Sowie immer wiederkehrende Bewegungsabläufe des Körpers. Dazu gehören das Wippen im Stand oder drehen, schaukeln des Oberkörpers in Sitzposition sowie Händeaufflattern lassen und klopfen der Oberschenkel in Stresssituationen oder Freude. Auch paarte sich teilweise eine Stöhn Äußerung zu diesen Ritualen. Mir scheint, dies beruhigte Autme. Hinzu kamen später verbale Tics, die sich wie ein Schluckauf anhörten. Vermehrt in Stresssituationen.

Eigene Regeln halfen Autme Daran mussten die anderen sich halten. So gab es keinen Raum für spontane Aktionen und wir mussten uns an Geplantes halten.

Die Gründe für Autmes Schlafstörungen habe ich nicht herausgefunden. Ich weiß nur, dass sie bis heute nicht auf das normale Schlafpensum kam, was
natürlich Konzentrationsschwächen nach sich zieht und auch mit für die zahlreichen Unfälle verantwortlich sein kann. Autme fällt es sichtlich schwer, Gefahren zu erkennen oder einzuschätzen. So läuft sie beispielsweise immer wieder ohne Beachtung der Autos über die Straßen. Wir haben sie immer wieder darauf hingewiesen, dass es gefährlich ist. Dies scheint sie jedoch trotz mehrmaligem wiederholen nicht zu verstehen.

Zu den Schlafstörungen stellten sich von Anfang an auch Essstörungen ein. Erstaunliche Eigenarten von Lebensmittelzusammenstellungen, bei denen ich zunächst mit einer Normalisierung rechnete, wechselten zwischenzeitlich mit „Quasi-Fasten“, weil Autmes Magen nichts bei sich behalten wollte. Ihre Nahrungsauswahl war ungesund beschränkt. So aß sie bevorzugt Nudelgerichte. Oder verzichtete ganz auf die Nahrungsaufnahme.

Autme verfügt über ein überragendes Fotografisches Gedächtnis. Schrieb man ihr etwas auf oder sagte es ihr, vergaß sie dies schnell oder brachte es durcheinander. Visuelle Erinnerungen konnte sie teilweise nicht wieder vergessen. Ihre Kommunikation hält sie bevorzugt schriftlich.

Autmes Mutter beklagte schon früh eine Intelligenzminderung unserer Tochter. Auch jetzt noch ist ihr Verhalten teilweise, dem eines Kindes entsprechend.

Erstaunlich war Autmes (Über-) Mut beim Klettern wie auch ihre Beweglichkeit dabei.
Bei waghalsigen Aktionen konnte sie Gefahren nicht richtig einschätzen. Auch fällt es ihr bis heute schwer, ein gesundes Maß an Einschätzungen von Gefahren zu entwickeln. (z.B. ohne zu gucken über die Straße zu laufen) Offenbar unterstützt sie dabei eine stark verringerte Schmerzempfindlichkeit.

Der Mut trat auch bei frei zeitlichen Aktivitäten hervor, endete jedoch häufig mit Verletzungsunfällen. Sehr häufig waren wir verletzungsbedingt bei Ärzten oder in der Krankenhaus-Notfall-Ambulanz.
Diverse Krankenhausaufenthalte, nicht nur als Unfallfolge, brachten mit zahlreichen Operationen Schulausfälle mit sich.
So wurden auch die Kontakte innerhalb ihrer Klasse zusätzlich erschwert.

Die Einschaltung einer Schulpsychologin sollte Licht in die Situation bringen. Auf diese Termine habe ich große Hoffnung gesetzt. Leider hat sich das als ein großer Flop heraus gestellt. Logische Folge war eine lange anhaltende Psychologen – Aversion. Daher hat es für meine Tochter Jahre gebraucht, eine neue Bereitschaft zu entwickeln von dieser Seite Hilfe anzunehmen.
Im folgen finden sie Erfragte und Erhobene Befunde aus Autmes Kinderuntersuchungsheft. U7-U9

U7/U9
Erfragte Befunde:
-Verhaltensauffälligkeiten (Einnässen, ausgeprägte Trotzreaktion, ausgeprägte nächtl. Durchschlafstörungen, mangelnder sozial. Kontakt, Stereotypen, unkonzentriertes Spielen)
-keine altersgemäße Sprache (kein Sprechen in Sätzen in der „Ich-Form“)
-Aussprachstörungen (verwaschene Sprache)

Erhobene Befunde: siehe U7/U9

U7/9
A) Erfragte Befunde:
Sprachstörungen (deutl. Fehler in Satzbildung), Aussprachstörungen, Sprachverständnis (versteht häufig nicht, wenn ihm was gesagt wird), Verhaltensauffälligkeiten
-(eingeschränkte Blasen und Darmkontrolle,
-ausgeprägte Ein- u. Durchschlafstörungen,
-Störungen des Sozialverhaltens (Aggressivität, keine Freunde, spielt nicht mit gleichaltrigen),
-kann sich nicht anziehen,
-spielt nicht planvoll und ausdauernd)
malt/bastelt nicht oder ungern

B) Erhobene Befunde:
Körpermaße Untergewicht,
Haut Pigmentanomalie,
Skelettsystem Fehlbildung oder Fehlhaltung (z.B. Skoliose, Beckenschiefstand)

Diagnosen: Kennziffer der Gesundheitsstörung (laut Katalog)
1= Verdacht, 2) gesichert

a) 13 gesichert
b) 14 gesichert
c) 15 gesichert
d) 25 gesichert
Kennziffernkatalog:
Entwicklungs- und Verhaltensstörungen:
13= Somatische Entwicklungsstörungen, Dystrophie
14= Intellektuelle Minderentwicklung
15= Störungen der emotionellen oder sozialen Entwicklung (Verhaltenstörungen)
26= Sprachstörungen oder Sprechstörungen:
verzögerte Sprachentwicklung

Gestellte Diagnosen im Kindesalter laut ICD-10:

F84.0
tiefgreifende Entwicklungsstörungen (frühkindlicher Autismus, Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien)

F70
Leichte Intelligenzminderung

M41.0
Idiopathische Skoliose beim Kind [5. Stelle: 0-9]

Mit freundlichen Grüßen
M. Peach 1. Februar2012

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